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Kommentar Die Marktbereinigung in der Industrie ist schmerzhaft, aber heilsam

Dass sich die deutsche Wirtschaft an die Energiekrise anpassen muss, hat auch Vorteile – für jene Firmen, die trotz hoher Preise immer noch wettbewerbsfähig sind.
21.09.2022 - 17:36 Uhr 1 Kommentar
Viele Industriebranchen leiden unter den hohen Energiekosten. Wer nicht darunter zusammenbricht, wird gestärkt aus der Krise kommen. Quelle: picture alliance
Industrielle Gasfackel

Viele Industriebranchen leiden unter den hohen Energiekosten. Wer nicht darunter zusammenbricht, wird gestärkt aus der Krise kommen.

(Foto: picture alliance)

Wenn Unternehmen wegen rasant steigender Kosten Insolvenz anmelden müssen, dann ist das für alle Beteiligten eine Tragödie. Das gilt besonders dann, wenn diese nicht selbst verschuldet, sondern in externen Faktoren wie dem Ukrainekrieg und den Energiepreissprüngen begründet ist.

Auf einer gesellschaftlichen Ebene jedoch hat der Schock, der damit durch die deutsche Wirtschaft geht, neben allem Schaden, den er anrichtet, aber auch heilsame Aspekte. Denn viele der Branchen, die die hohen Energiepreise auch nach Verhandlungen nicht an ihre Kunden weitergeben konnten, hätten langfristig wohl ohnehin Schwierigkeiten gehabt, mit ihren jetzigen Kostenstrukturen und Produkten auf dem Weltmarkt zu bestehen.

Erstens, weil sie hierzulande in den nächsten Jahren entweder hohe Investitionen tätigen müssten, um ihren CO2-Ausstoß zu senken, oder stattdessen mit steigenden Kosten für Emissionszertifikate konfrontiert gewesen wären – was beides die meist ohnehin schon schmale Marge weiter schmälert.

Zweitens, weil der deutsche Strom- und Gasbedarf und damit der Kostendruck durch die Dekarbonisierung ohnehin spürbar gestiegen wären – ganz zu schweigen vom Zukunftsenergieträger grüner Wasserstoff, auf den viele dieser Branchen angewiesen sein werden und der zu Beginn der Hochlaufphase knapp und teuer sein wird.

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    Drittens und zuletzt, weil der Wettbewerb um Fachkräfte in der deutschen Industrie wegen des demografischen Wandels in den nächsten Jahren intensiver werden wird – was wiederum vor allem jene begünstigt, die den finanziellen Spielraum haben, diese Fachkräfte zu bezahlen.

    In allen drei kritischen Bereichen – Kapital, Energie und Personal – entspannt sich durch die schmerzhafte Marktbereinigung die Versorgungslage jener Branchen, die schon heute global wettbewerbsfähig aufgestellt sind.

    Mehr: Der schleichende Niedergang – Wie die Energiekrise die deutsche Wirtschaft bedroht

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Die Marktbereinigung in der Industrie ist schmerzhaft, aber heilsam"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Völliger Nonsense, wenn ganze wettbewerbsfähige Industriezweige durch einseitige Markteingriffe gegenüber anderen Marktteilnehmern in anderen Teilen der Welt so benachteiligt werden, dass sie nicht mehr wettbewerbsfähig sind (Bsp. Gaspreis in D vs. Gaspreis in den USA), dann hat das nichts mehr mit einer tatsächlich wünschenswerten Marktbereinigung zu tun sondern ist eine bewusste Schädigung Deutschlands als Industriestandort.
      Herr Knitterscheid, eventuell noch mal einen kleinen VWL-Schein machen, Literatur und Philosophie genügen manchmal als Grundlagen zur Darstellung wirtschaftlicher Zusammenhänge nicht aus.

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